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„Wissenschaft im Dialog“ - Ziele, Strategien, Maßnahmen

Inhalt




Einleitung

In Deutschland wird geforscht, erfunden und entwickelt. Doch wissenschaftliche Themen stoßen bei der breiten Masse meist auf Desinteresse. Kein Wunder, wenn Forschungsprojekte und –ergebnisse häufig kompliziert und in Fachjargon veröffentlicht werden. Die Initiative „Wissenschaft im Dialog“ (WID) hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, durch gezielte PR-Maßnahmen alle Gesellschaftsgruppen für Wissenschaft zu begeistern und eine stärkere Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit herzustellen. Wie es die Initiative schafft, die Berührungsängste abzubauen und Wissenschaft für alle erlebbar zu machen, wollen wir im Folgenden anhand einer Analyse der PR-Maßnahmen, wie z.B. das Einsteinjahr 2005, untersuchen. Dabei werden wir näher auf Ziele, Strategien und Maßnahmen der Initiative eingehen.


Teil 1: Die Initiative im Überblick: Allgemeines, Ziel und Strategie

1.1 Idee

Wissenschaft und Forschung prägen die Lebensumstände und die Kultur unserer Gesellschaft und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb - so lautet die Idee, die hinter der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ steht – geht es alle an, was in Forschungseinrichtungen erforscht und erfunden wird. Wissenschaft und Forschung verkörpern einerseits Fortschritt, werden jedoch auch als eine Bedrohung der menschlichen Sicherheit empfunden, da die Gesellschaft wenig Konkretes darüber weiß. Es besteht also starker Kommunikationsbedarf. Doch die Kommunikation ist nicht ohne weiteres herzustellen. Das Problem: Die Diskrepanz der Experten-/Laienkommunikation. Deshalb möchte „Wissenschaft im Dialog“ den Dialog zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen und Wissenschaft und Forschung verbessern und den „Elfenbeinturm der Wissenschaft“ für die gesamte Bevölkerung öffnen.

1.2 Gründung

Auf der Webseite von „Wissenschaft im Dialog“ wird die Geburtsstunde der Initiative so beschrieben: „Im Mai 1999 haben die führenden Wissenschaftsorganisationen auf Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beschlossen, aktiv und gemeinschaftlich den Dialog mit allen Gruppen der Gesellschaft zu verstärken.“ Auf Basis eines gemeinsamen Memorandums (pfd) wurde die Initiative „Wissenschaft im Dialog“ anschließend gegründet. Darin verpflichten sich die Mitgliedsorganisationen, ihre eigenen Wissenschaftler zu ermutigen und unterstützen, sich aktiv im Dialog mit der Öffentlichkeit zu engagieren. Außerdem erklären sie, dass sie als Wissenschaftsorganisation in gemeinsamen Aktivitäten den Dialog mit der Öffentlichkeit suchen.

Einige Auszüge aus dem Memorandum:

  • „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden dazu aufgefordert, ihre Arbeit öffentlich auch in einer für den Nicht-Spezialisten verständlichen Form darzustellen (…)“

  • „Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden aufgefordert, (…) Lehr- und Weiterbildungsangebote zu entwickeln, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Lage versetzen, ihre Arbeit öffentlich zu präsentieren.“

  • „In Abstimmung mit den wissenschaftsfördernden Einrichtungen des Bundes und der Länder, der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik wird ein den einzelnen Institutionen angemessenes Anreizsystem entwickelt, das geeignet ist, Belohnungen für diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Aussicht zu stellen, die sich aktiv im Dialog mit der Öffentlichkeit engagieren. (…)“

1.3 Organisation

Es wird eine gemeinnützige Gmbh gegründet, die wie eine Agentur für die Durchführung der Aktivitäten im Auftrag der Mitgliedsorganisationen verantwortlich ist. Der Lenkungsausschuss tagt in regelmäßigen Abständen und berät und beschließt über die Aktivitäten der Initiative „Wissenschaft im Dialog“. Dem Lenkungsausschuss gehören die Leiter der Initiatoren an sowie ein Beauftragter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Geeignete Maßnahmen für die Initiative sind dann von der gGmbH in Zusammenarbeit mit den Initiatoren umzusetzen.

1.4 Mitgliedsorganisationen

Zu den Wissenschaftsorganisationen, die sich in der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ zusammengeschlossen haben, gehören Forschungseinrichtungen sowie Einrichtungen, die in der Forschungspolitik einzuordnen sind. Die Forschungseinrichtungen setzen unterschiedliche Forschungsschwerpunkte. Einige betreiben vor allem Grundlagenforschung, andere angewandte Forschung. Die Forschungsbereiche reichen von Energie über Gesundheit bis hin zu Verkehr und Weltraum und vielem mehr. Die Mitglieder im Überblick:

1.5 Aufgaben und Ziele

„Wissenschaft im Dialog“ etabliert in Deutschland den Prozess des Public Understanding of Science and Humanities (PUSH). In anderen Ländern gibt es PUSH bereits seit längerem in Form von Wissenschaftsfesten. Australien richtet seine „National Science Week“ dieses Jahr zum achten Mal aus. Auch in Großbritannien gibt es die „National Science Week“ und Frankreich feiert die „Fête de la Science“. Ziel des Prozesses ist, dass Gesellschaft und Wissenschaft ein gemeinsames Verständnis für ihre Belange und Interessen entwickeln. Die Wissenschaftler müssen also um Vertrauen, Anerkennung und finanzielle Unterstützung werben. Denn mit dem gesellschaftlichen Verständnis für Wissenschaft wird auch über ihre dauerhafte Finanzierung und internationale Wettbewerbsfähigkeit entschieden.

Aus diesen übergeordneten Aufgaben und Zielen ergeben sich konkrete Hauptaufgaben von „Wissenschaft im Dialog“: Zunächst sollen Themen aus Wissenschaft und Forschung der breiten Bevölkerung begreifbar gemacht werden, indem Forschungsprojekte und -ergebnisse allgemeinverständlich erklärt werden. Außerdem will die Initiative Berührungsängste abbauen und Wissenschaft erlebbar machen – ganz nach dem Motto „Verstehen darf vergnüglich sein“. Um eine objektive Meinungsbildung zu ermöglichen, sollen auch kontroverse Forschungsthemen mit der Bevölkerung diskutiert werden. Speziell den Nachwuchs will die Initiative zum Staunen bringen und seine Neugier auf Wissenschaft und Technik wecken. Den Kleinen soll aufgezeigt werden, dass Wissenschaft und Forschung interessante und vielfältige Berufschancen bieten.

1.6 Dialogpartner

Durch die verschiedenen Maßnahmen sollen folgende Zielgruppen mit der Wissenschaft ins Gespräch kommen

  • allgemeine Öffentlichkeit
  • nationale und internationale Fachwelt
  • Vertreter der Politik und Wirtschaft
  • Kinder und Jugendliche
  • Schüler und Lehrer
  • Vertreter der Medien

1.7 Strategie

„Wissenschaft im Dialog“ setzt auf eine individuelle Ansprache der unterschiedlichen Dialogpartner. Mit Themen und Maßnamen, die auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind, und über die Kommunikationsformen, die der Zielgruppe am ehesten zugänglich sind, will die Initiative die unterschiedlichen Dialogpartner erreichen. Außerdem sollen die Dialogpartner in die Aktivitäten mit einbezogen werden. Durch die Initiative präsentiert sich Wissenschaft als Einheit. Die vielen Einzelaktivitäten der Forschungseinrichtungen werden in gemeinsame Auftritte gebündelt damit die Sichtbarkeit der Wissenschaft erhöht wird. Die Maßnahmen sollen auf die Initiative der Wissenschaft aufmerksam machen. Um eine nachhaltige Wirkung der einzelnen Maßnahmen zu erzielen, ist die Strategie auf Dauer angelegt. Wie diese Strategie umgesetzt wird, wird in den folgenden Teilen erläutert.


Teil 2: PR-Maßnahmen – Internet

2.1 Presse-Center

Die Schnittstelle zur Öffentlichkeit ist die Pressearbeit, die ein unverzichtbares PR-Instrument des Internetauftritts ist. Das Presse-Center ist übersichtlich und bietet ein sehr umfangreiches Angebot an Pressemitteilungen und Bildmaterial. Des Weiteren stehen zu den verschiedenen Wissenschaftsjahren ausführliche Broschüren, Programmhefte, Themenhefte usw. zum Download bereit (z.B. Einsteinjahr/2005, Jahr der Technik/2004, Jahr der Chemie/2003). Ein direkter Ansprechpartner mit ausführlichen Kontaktdaten steht ebenfalls zur Verfügung.

2.2 Schon gewusst?

Hinter der Rubrik Schon gewusst? verbergen sich Forschungsnachrichten, die prägnant und unterhaltsam Neues aus der Wissenschaft erzählen. Hier findet man eine Menge Fragen und Antworten zu wissenschaftlichen Themen, die nicht einfach trocken aneinandergereiht sind, sondern hier versucht „Wissenschaft im Dialog“, die User auf amüsante Weise für ein wissenschaftliches Thema zu begeistern, z.B. „Schon gewusst, dass Wespenspinnen-Männer beim Sex alles geben sogar ihr Leben?“ (siehe auch „Wissen macht fit“-Banner)

2.3 Wissenschaft hören - sehen - erleben

Der Online-Kalender Wissenschaft hören – sehen - erleben bündelt jeden Tag rund 100 Veranstaltungen und TV-Sendungen. Hier findet der Laie aber auch der Experte bundesweit alles, was Wissenschaft begreifbar und erlebbar macht:

  • Veranstaltungs-Highlights: Auf der Startseite von „Wissenschaft im Dialog“ erscheinen in einer Übersicht alle Veranstaltungs-Highlights für die nächsten drei Wochen

  • Veranstaltungssuche: In der Veranstaltungssuche kann der User nach Postleihzahl, Themengebiet, Art der Veranstaltung (Ausstellung, Vortrag, Film) und Zielgruppe (Journalisten, Wissenschaftler, Studierende) sortieren und die passende Veranstaltung finden

  • Persönlicher Terminplaner: Die Nutzer haben die Möglichkeit alle persönlich interessanten Veranstaltungen hinzufügen und zu speichern – und können natürlich jederzeit auf ihren persönlichen Terminplaner zugreifen

  • Veranstaltung anmelden: Kultureinrichtungen, Hochschulen, Unternehmen, Museen und engagierte Wissenschaftler können sich hier problemlos anmelden und ihre Veranstaltungen, Vorträge usw. direkt auf der Website von „Wissenschaft im Dialog“ eintragen

2.4 Infothek

In der Infothek werden in der Rubrik "Sie fragen: Wir antworten" sowie im Forum Fragen zu wissenschaftlichen Themen beantwortet. Vor allem bieten die Schüler- und Lehrerhilfen ein vielseitiges Angebot - von Unterrichtsmaterialien bis hin zu Experimenten zu unterschiedlichen Fächern.

  • Sie fragen – Wir antworten!: Unter "Sie fragen: Wir antworten" können wissenensdurstige Internetnutzer Experten zu den verschiedensten Fachgebieten befragen: Warum frieren Pinguine mit ihren Füßen nicht am Boden fest? Oder warum kann ein Flugzeug fliegen? Dafür einfach ein E-Mail Formular ausfüllen und abschicken. Die Fragen werden an Experten weitergeleitet und die Antworten unter den jeweiligen Wissensgebieten veröffentlicht.

  • Forum: Im Forum können User ihre Meinung zu aktuellen Forschungs- und Wissenschaftsthemen mit anderen Interessierten austauschen. Die moderierten Foren finden allerdings nur zu angekündigten Terminen statt.

  • Die Schüler- und Lehrerhilfen

    • Unterrichtsmaterialien: Zu verschiedenen Fachbereichen stellt „Wissenschaft im Dialog“ eine sehr umfangreiche Linkliste zu Webseiten bereit, die Unterrichtsmaterialien für den Schulunterricht (Klausuren, Literatur, Übungen und Arbeitsblätter) anbieten oder Quellen nennen, woher diese zu beziehen sind. Dies gilt länderübergreifend (Osterreich und die Schweiz) und für Gymnasien ebenso wie für Berufs-, Grund- und Sonderschulen.

    • Lernen online: Fächerübergreifend gibt es in dieser Rubrik Links zu Online-Kursen, Online-Übungen (z.B. Englisch) und Multimedia-Material im Bereich der Naturwissenschaften.

    • Schüler-Experimente: Diese Rubrik bietet eine Linkliste von Institutionen oder Hochschulen an, die Experimente aus Chemie, Biologie und Physik erläutern oder eine Anleitung geben, wie Experimentierfreudige diese durchführen können.

    • Schüler-Labore: Vor allem Lehrer finden hier Adressen und Beschreibungen zu Unternehmen, Museen oder Hochschulen, die Schüler-Labore häufig kostenlos anbieten und zum mitmachen auffordern. Orientiert am Lehrplan können Schüler in professioneller Atmosphäre experimentieren und Naturwissenschaften hautnah erleben.

2.5 Wissen macht fit - Banner

Wissenschaft publik machen, ist Ziel der Aktion "Wissen macht fit". Schulen, Universitäten, Verbände, Unternehmen oder Privatleute können auf der Website von „Wissenschaft im Dialog“ das Webbanner "Wissen macht fit" kostenfrei und unkompliziert downloaden und es auf ihrer Website platzieren. Mit jedem Neuladen ihrer Website erscheint der Banner aus der Rubrik „Schon gewusst?“ mit einer neuen witzigen Frage aus der Forschung, z.B. "Schon gewusst, dass die Römer den "grünen Punkt" erfunden haben?" Per Mausklick erscheint die Antwort. Auch diese Aktion soll Wissenschaftler und Forscher unterstützen und den Dialog fördern.

2.6 Scienox Wissensspiel

Das Scienox Wissensspiel ist geeignet für Groß und Klein und lädt dazu ein, wissenschaftliche Themen auf spielerische Weise kennen zu lernen und zu verstehen. Immer wieder aufs Neue werden hier Aufgaben aus verschiedenen Wissensgebieten gestellt und interessant aufbereitet.

2.7 Wissenschaft in Deutschland

In diesem Teil wird versucht, die Hintergründe der Forschung zu beleuchten und auf diesem Gebiet Transparenz zu schaffen. Dabei werden Fragen wie „Wer forscht?“, „Wer fördert Wissenschaftler eigentlich?“ und „Wer finanziert Forschung?“ beantwortet.


Teil 3: PR-Maßnahmen – Projekte

3.1 Das Einsteinjahr

Erstmals steht mit Albert Einstein eine berühmte Persönlichkeit im Vordergrund eines Wissenschaftsjahres, das das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ seit 2000 ausrichtet. Nicht ohne Grund fiel die Wahl auf Einstein, da die Relativitätstheorie des berühmten Physikers 2005 ihren 100. Geburtstag feiert und Einsteins Tod genau 50 Jahre zurück liegt. Darüber hinaus ist das Einsteinjahr der deutsche Beitrag für das „World Year of Physics“, welches von der UNESCO ausgerichtet wird. Gerade in den Naturwissenschaften, wo populäre, medienwirksame Personen rar sind, kann eine komplexe und faszinierende Persönlichkeit wie Einstein, der bei Jung und Alt bekannt ist, viel Aufmerksamkeit generieren. Durch das Einsteinjahr sollen komplexe wissenschaftliche Themen erlebbar gemacht werden, das Verständnis erleichtert und so die Berührungsängste vieler Menschen gegenüber naturwissenschaftlichen Themen spielerisch abgebaut werden. Außerdem, so Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn, soll das Einsteinjahr Lust auf Zukunft machen und vor allem Einsteins Erben, also Kinder und Jugendliche, für wissenschaftliche Themen und Forschung begeistern. (Vgl. Pressemitteilung „Deutschland feiert 2005 das Einsteinjahr“ (pdf) des Bundesministeriums für Forschung und Bildung, www.einsteinjahr.de) Da Albert Einstein bis zu seiner Emigration zwei Jahrzehnte in Berlin und Potsdam gelebt und geforscht hat, sind diese Städte die beiden zentralen Austragungsorte der Veranstaltungen während des Einsteinjahres. Bereits im Jahr 2003 haben die wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen der Region unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit der Konzeption des Einsteinjahres begonnen. Im Laufe des Jahres werden in ganz Deutschland Veranstaltungen stattfinden, die sich mit dem Wissenschaftler und Künstler Albert Einstein befassen. Als Höhepunkte sind u.a. zu nennen: „Abenteuer der Erkenntnis – Albert Einstein und die Physik des 20. Jahrtausends“ in München oder die Ausstellung „Albert Einstein – Ingenieur des Universums“ des Max-Planck-Institutes in Berlin. „Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle," hat Einstein einmal gesagt. Auch dazu soll das Einsteinjahr anregen – niemals die Neugierde verlieren, immer bereit sein, sich neuen Themenfeldern zu öffnen und innovative Dinge auszuprobieren. Durch das Einsteinjahr soll grundlegend der interdisziplinäre Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik gefordert werden. Es ist eine gemeinsame Initiative, in der die wechselseitige Verantwortung von Wissenschaft und Gesellschaft noch stärker als bisher in das öffentliche Bewusstsein rückt.

3.2 Albert Einstein in den Medien – Besondere PR-Aktionen des Einsteinjahrs

Während des gesamten Einsteinjahres ist der Wissenschaftler in etlichen Fernsehbeiträgen, Rundfunksendungen, Sonderheften, Internetforen etc. präsent. Berichte und Live-Übertragungen wichtiger Ereignisse im Zuge des Einseinjahres wie z.B. die Eröffnung einer Ausstellung, komplettieren das Programm. Der Wunsch, der mit diesem breiten Angebot verbunden ist, ist, Albert Einstein als Wissenschaftler, Künstler und Mensch den Leuten näher zu bringen und vielleicht auch Seiten des Physikers zu beleuchten, die der breiten Masse bis dato gänzlich unbekannt waren. Durch medienwirksame Aktionen wie die so genannte „E-Galerie“ oder die große Zitatkampagne wird zusätzlich Aufmerksamkeit für das Einsteinjahr generiert. Bei der „E-Galerie“ handelt es sich um sechzehn 2,50 m hohe E`s, die zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz aufgestellt wurden, um auf die Berliner Einstein- Ausstellung hinzuweisen. Auf den E`s stehen Texte zu Leben und Werk Einsteins. Durch die Fotoaktion „Zeig mir dein E“ wurden die Besucher der Ausstellung oder Passanten dazu aufgefordert, sich mit den großen Skulpturen fotografieren zu lassen. Die Bilder werden auf der Homepage des Einsteinjahres ausgestellt. Auch diese Aktionen sollen die Berührungsängste abbauen und die Menschen animieren, selbst aktiv zu werden. Eine simple aber sehr erfolgreiche PR-Aktion des Einsteinjahres ist auch die Platzierung wissenschaftlicher Fragen (inklusive der Antworten) auf Bierdeckeln, die auf den Veranstaltungen verteilt werden. So werden wissenschaftliche Themen spielerisch an die Besucher heran getragen. Eine weitere große Aktion ist die Zitat-Kampagne. Das ganze Jahr über werden Zitate des Wissenschaftlers im öffentlichen Raum zu sehen sein und die Fassaden berühmter Gebäude schmücken. Angefangen beim Bundeskanzleramt, der schweizer Botschaft, dem Roten Rathaus in Berlin bis hin zum Bundesministerium für Bildung und Forschung. Durch diese ungewöhnliche Aktion soll der Dialog mit der Wissenschaft gefördert und ein nachhaltiges Interesse am Forschen, Denken und Erfinden geweckt werden. (Vgl. www.einsteinjahr.de) Doch nicht nur auf den Fassaden bekannter Gebäude wird man den Zitaten Einstein begegnen, sondern auch auf großen Werbewänden,Taxen, Straßenbahnen in Hannover oder auf LKWs.

3.3 Der Wissenschaftssommer

Der Wissenschaftssommer, der jährlich von „Wissenschaft im Dialog“ gemeinsam mit Partnern aus der jeweiligen Region veranstaltet wird, soll in erster Linie Neugier bei der Öffentlichkeit auf wissenschaftliche Themen wecken. Durch spannende, für die Wissenschaft außergewöhnliche Events wird Wissenschaft für Jung und Alt erlebbar. (Vgl. www.wissenschaft-im-dialog.de). Die inhaltlichen Schwerpunkte des Wissenschaftssommers richten sich immer nach dem jeweiligen Jahr der Wissenschaften, so dass 2005 Albert Einstein im Mittelpunkt steht. Im Zuge des Wissenschaftssommers werden Potsdam und Berlin 14 Tage lang (11. - 26. Juni) in eine Wissenschaftslandschaft verwandelt. Labore und Institute öffnen sich für die Öffentlichkeit in einer Langen Nacht der Wissenschaften, Ausstellungen zeigen Schnittpunkte von Kunst und Wissenschaft und in Symposien, Talkshows und Kulturveranstaltungen werden aktuelle Fragen und Erkenntnisse der Forschung vorgestellt und diskutiert. Besonders interessant für beide Seiten – also Besucher und Wissenschaftler - ist, dass die Forscher ihre Labore für Besucher öffnen, „raus auf die Straße“ gehen und so die Möglichkeit besteht, die Sichtweise der jeweils anderen Seite besser kennen und auch verstehen zu lernen. Im Dialog mit interessierten Besuchern erlangen die Forscher eine Vorstellung darüber, welche Fragen den „Normalo“ im Zuge modernster Forschung beschäftigen. Für Kinder und Jugendliche gibt es während des Wissenschaftssommers viele spezielle Aktionen wie beispielsweise ein Puppentheater, Labore, in denen sie selbst experimentieren können, interaktive Ausstellungen oder einen Kinderzirkus. Alle Programmpunkte sollen die Lust der Kinder am Entdecken wecken. Eingeläutet wird der diesjährige Wissenschaftssommer durch die „Lange Nacht der Wissenschaften“ in Berlin und Potsdam. Bis ein Uhr nachts sind zahlreiche Labore und alle Standorte des Wissenschaftssommers für Besucher geöffnet. Hauptaustragungsorte des Wissenschaftssommers sind das Aktionszelt „Rund-um-Einstein“ auf dem Bebelplatz in Berlin, in dem Einsteins Formeln mittels einer kuppelförmigen 360°-Projektion lebendig werden und der „Jahrmarkt der Wissenschaften“ im Potsdamer Lustgarten. (Vgl. www.wissenschaft-im-dialog.de) Während der gesamten 14 Tage stehen die Schülerlabore der Helmholtz-Gemeinschaft für Interessenten auf dem Bebelplatz bereit. Abends wird die Oper „C-the speed of light“ im Aktionszelt vorgeführt. Eine spezielle Einstein-Bar lädt Besucher ein, die Einstein „über Umwege“ kennen lernen wollen. Außerdem gibt es noch ein Science-Center, in dem zahlreiche physikalische Experimente vorgeführt werden. In Potsdam gibt es den bereits angesprochenen „Jahrmarkt der Wissenschaft“. Hier stellen zahlreiche Firmen ihre Forschungsergebnisse aus und fordern die Besucher zum Teilnehmen an Experimenten auf. Gaukler und Akrobaten, Quizshows und Vorträge – alle im Zeichen von Licht und Gravitation – vervollständigen das bunte Programm. In der zweiten Woche des Wissenschaftssommers verlegt sich der Schwerpunkt vermehrt rund um den Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam. Dort wird ein spezielles Programm unter dem Motto „Einstein für Kinder“ angeboten. Außerdem Führungen, Vorträge, ein wissenschaftliches Open-Air-Kino, ein Wissenschaftspicknick und ein Sternenkonzert. Der Wissenschaftssommer wird durch ein Konzert und ein großes Feuerwerk am 26. Juni feierlich abgeschlossen.

3.4 Die MS Einstein

Passend zum Jahr der Wissenschaften gestaltet die Initiative Wissenschaft im Dialog immer auch ein 105 m langes Binnenschiff, welches den thematisch passenden Namen wie beispielsweise MS Chemie trägt. An Bord des diesjährigen Forschungsschiffes MS Einstein findet eine Ausstellung statt, die den Besuchern Leben und Werk Albert Einsteins näher bringen soll. Die Exponate regen zur spielerischen Auseinandersetzung mit den komplexen Theorien Einsteins an (Vgl. www.wissenschaft-im-dialog.de) und zeigen Entwicklungen der aktuellen Forschung, die es ohne Einsteins Vorarbeit nicht geben würde. Die Besucher haben die Möglichkeit, in einem Experiment den photoelektrischen Effekt – das Ablösen eines Elektrons aus einem Atom mit Hilfe von Licht - selbst auszuprobieren, wodurch das Verständnis dieses Vorgangs erleichtert und „greifbar“ wird. Während des Wissenschaftssommers wird die MS Einstein in Berlin anlegen. Von Mai bis September ist sie in größeren Städten in ganz Deutschland unterwegs.

3.5 Der Einsteinturm

Anlässlich des Wissenschaftssommers 2005 beherbergt der Einsteinturm eine Ausstellung über Albert Einstein, die Baugeschichte des Turms und das politische Umfeld, in dem der aufwendige und medienwirksame Bau errichtet wurde. Begonnen wurde der Bau des Turms 1920, beendet 1921. Ein Mitarbeiter Albert Einsteins, der Astronom und Mathematiker Erwin Freundlich, erteilte dem Architekten Erich Mendelsohn den Auftrag und erwartete ein funktionelles Gebäude zu bekommen. Das Resultat allerdings war ein Bauwerk, welches Architekturgeschichte geschrieben hat. Freundlich ließ jedoch einige bauphysikalische Aspekte ungelöst, so dass der Turm bereits nach wenigen Jahren saniert werden musste. (Vgl. www.wissenschaft-im.dialog.de) Im Innern des Turms befindet sich ein senkrecht gestelltes Teleskop, in das durch ein Spiegelsystem auf der Spitze des Turms das Licht der Sonne und anderer Himmelskörper reflektiert wird. Am Fuße des Turms wird das Licht mit einem weiteren Spiegel um 90 Grad in die Waagrechte gelenkt und anschließend durch einen Spektralapparat in sein Spektrum zerlegt. (Siehe: www.wissenschaft-im-dialog.de). Das Teleskop namens „Refraktor“ ist das größte Linsenteleskop der Welt. Es wurde errichtet, um eine von Einsteins Hypothesen empirisch nachzuweisen, die er im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie aufgestellt hatte. Die Forschungsanlage, die sich im Innern des Turms befindet, ist eine einzigartige Anlage zum Erforschen der Sonnenphysik. Albert Einstein selbst weihte die Forschungsanlage 1924 ein. Das Hauptaugenmerk der Anlage war darauf gerichtet, einen Beweis (siehe oben) für die Gravitationsverschiebung zu finden. Heute wissen die Forscher, dass die Verschiebung im Spektrum des Sonnenlichts so gering ist, dass es mit den Geräten zu Einsteins Zeit unmöglich war, einen Effekt nachzuweisen und somit den Beweis für die Allgemeine Relativitätstheorie zu erbringen. Auch heute wird im Einsteinturm noch fleißig geforscht – im Zentrum steht die Untersuchung solarer Magnetfelder, die Aufschlüsse über die Physik der Sonne und damit der anderen Sterne gibt. Außerdem ermöglicht sie Einblicke in die Auswirkungen der Sonnenaktivitäten auf magnetische und meteorologische Ereignisse und Zustände auf der Erde hat. (Vgl. www.wissenschaft-im-dialog.de)

3.6 Die Einsteinjahr-Website

Komplettiert wird die umfassende Darstellung des Einsteinjahres durch die informative Website. Neben ausführlichen Informationen zum Leben und Schaffen des Physikers Albert Einstein enthält die Page auch die Rubrik „Denk Mal“, unter der Besucher u.a. Meinungen zum Einsteinjahr, zur Website oder auch allgemein zu Albert Einstein veröffentlichen können.

Umfangreich ist auch der Navigationspunkt „Presse“, unter dem es nicht nur Bildmaterial und alle bisher erschienenen Pressemitteilungen zum Einsteinjahr gibt, sondern auch die Möglichkeit besteht, alle Reden, wie beispielsweise die Rede von Edelgard Bulmahn, herunter zu laden. Zusätzlich gibt es auch noch einen Pressespiegel, der eine Auswahl nationaler Berichterstattung über das Einsteinjahr enthält. Die Site ist übersichtlich gestaltet und bietet allen Interessenten ein breites Spektrum an Informationen rund um Einstein, das Einsteinjahr, die Akteure etc.


Fazit

„Wissenschaft im Dialog“ sorgt dafür, dass Forscher und Öffentlichkeit näher zusammen rücken - im Internet und in der realen Welt. Die Wissenschaft hat die Initiative ergriffen und signalisiert damit, dass sie für den Dialog bereit ist. „Wissenschaft im Dialog“ ist ein Zusammenschluss, der von der Wissenschaft selbst ausgeht. Er ist weder von der Politik verordnet, noch von der Gesellschaft eingefordert worden. Die Wissenschaftsorganisationen haben sich unter einer gemeinsamen Zielsetzung zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen und stellen für die Initiative ihre Eigeninteressen zurück und sorgen gemeinsam für die Planung, Durchführung und Finanzierung der Initiative. Die Online-PR zeichnet sich durch ihre Mischung von unterhaltsamen und informativen Inhalten aus, die die Internetnutzer neugierig auf Wissenschaft und Technik macht. Komplexe Sachverhalte werden so erklärt, dass der Inhalt auch für Kinder und Jugendliche leicht verständlich ist. Ein gutes Beispiel hierfür: Scienox – das Wissensspiel. Durch außergewöhnliche PR-Maßnahmen wie die große Zitat-Kampagne und die Aktion „Zeig mir dein E“ wird Aufmerksamkeit generiert, da es sich um nicht alltägliche PR-Maßnahmen handelt. Somit hat „Wissenschaft im Dialog“ sein Ziel erreicht, die Öffentlichkeit spielerisch für die Wissenschaft zu interessieren.


Quellen

Stand: 27.07.05


Download der Powerpoint-Präsentation zum Referat



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