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NGO-Online-Kommunikation am Beispiel Greenpeace Deutschland

Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit sind unbedingte Voraussetzungen für die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) (vgl. Schade 2008/2009). Ob und wie solche Organisationen hierbei online kommunizieren werde ich im folgenden am Beispiel Greenpeace Deutschland (GPD) untersuchen.

Die Organisation

„Greenpeace ist eine internationale Umweltschutzorganisation, die mit gewaltfreien Aktionen für den Schutz der Lebensgrundlagen kämpft“ (Totz 2008). In Deutschland ist Greenpeace seit 1980 aktiv (vgl. Hösch o.J.).

Heute finanzieren den Verein Greenpeace e. V. rund 565. 000 Fördermitglieder und zusätzliche Spender. Die Basis von Greenpeace Deutschland bilden etwa 3300 ehrenamtliche Mitglieder. In etwa 90, deutschlandweit verteilten Gruppen unterstützen sie die Kampagnen vor Ort und betreiben Aufklärungsarbeit auf lokaler Ebene (vgl. 1 Greenpeace.de 2008). So gibt es neben der allgemeinen Öffentlichkeit eine große Anzahl Personen, die mit Kommunikationsmaßnahmen erreicht werden müssen.

Aktuelle Greenpeace-Communities

Derzeit betreibt Greenpace Deutschland verschiedene Online-Communities, die für jedermann zugänglich sind: Das Einkaufsnetz (EKN) beschäftigt sich mit Verbraucherthemen. Cyberaktivisten des EKN engagieren sich für ökologische Produkte, die unter sozial gerechten Bedingungen hergestellt wurden (vgl. Greenpeace EinkaufsNetz o.J.). Registrierte Meeresschützer hingegen werden regelmäßig per Newletter informiert, wie sie zum Schutz der Meere selbst aktiv werden können. (vgl. 2 Greenpeace.de). Bei der Greenpeace Jugend setzen sich Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren für den Umweltschutz ein (vgl. Greenpeace-Jugend.de o.J.).

Weiterhin gibt es seit Ende 2007 verschiedene Greenpeace-Weblogs. In diesen Blogs berichten GPD-Mitarbeiter von Aktionen und aktuellen Ereignissen. Hier findet ein reger Dialog unter den Usern statt (vgl. 3 Greenpeace.de o.J.).

Externe Communities

Auf externen Plattformen wie Facebook, Youtube, MySpace und Twitter ist Greenpeace ebenfalls aktiv. Die Facebook-Gruppe „Greenpeace Deutschland“ ist offen, jeder interessierte Facebook-Nutzer kann beitreten. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Gruppen-Mitglieder auf 262 (Stand: 24.01.2009). Patric Salize (CvD, Pressestelle GPD) ist Gründer der Gruppe, eine weitere Administratorin ist die GPD-Community-Managerin Beate Steffens. Auf der Pinnwand der Gruppe sind Informationen zu aktuellen Kampagnen gepostet, im Forum findet jedoch keine Diskussion statt. Mit den Gruppenmitgliedern wird vor allem via Rundmails kommuniziert, die über aktuelle Kampagnen informieren und zum Mitmachen auffordern (vgl. facebook.com o.J.)

Auf dem Youtube-Channel von GPD sind sind 68 Videos (Stand: 24.01.2009) veröffentlicht. Diese informieren über Kampagnen und Aktionen (vgl. 1 YouTube.com ab 2007). Weitere Video-Clips sind direkt auf der Homepage von GPD veröffentlicht (vgl. 4 Greenpeace.de o.J.). Bei Myspace hat Greenpeace 615 Freunde (Stand: 24.01.2009). Auch hier sind Informationen zu aktuellen Kampagnen gepostet, außerdem werden aktuelle Tweets von greenpeace_de, dem Twitter-Account von GPD, eingeblendet. Jenen Twitter-Account der Organisation haben aktuell 731 Twitterer abonniert (Stand: 24.01.2009)(vgl. 1 Twitter.com). Eine Besonderheit ist hier, dass die ersten Greenpeace-Twitterer Ehrenamtliche der Greenpeace Gruppe Hamburg waren. Diese twittern auch heute noch unter ihrem Gruppen-Account (vgl.2 Twitter.com). Bei der Studenten-Community StudiVZ gibt es ebenfalls einige Greenpeace-Gruppen, die größte „greenpeace“ hat mit 2932 Personen (Stand: 24.01.2009) die meisten Mitglieder (vgl. StudiVZ.net o.J.). Diese Gruppe ist jedoch nicht von offizieller Seite sondern von einem Ehrenamtlichen gegründet. Im Forum wird rege diskutiert (1.414 Beiträge). Im Vergleich mit den Mitglieder-/Followerzahlen von Facebook, Myspace und Twitter muss jedoch berücksichtigt werden, dass die StudiVZ-Gruppe schon mindestens seit dem Jahr 2006 existiert (vgl. Pithan 2009), GPD auf Facebook, Myspace und Twitter jedoch erst seit 2008 aktiv ist.

Fazit und Ausblick

Greenpeace ist ein gutes Beispiel für Online-Kommunikation und -Mobilisierung. Natürlich kann die Kommunikation auf verschiedenen Kanälen noch weiter ausgebaut werden. Auf den einzelnen externen Plattformen könnte beispielsweise zu mehr Diskussion angeregt werden, besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, dass nicht jeder User auf mehreren Plattformen aktiv ist. Dennoch befindet sich die Umweltorganisation auf dem Weg von Web von Web 1.0 zu Web 2.0 (vgl. Eck 2008). Im Frühjahr 2009 wird die offene Greenpeace-Commmunity „greenaction.de“ online gehen. Sie soll allen Unterstützern und Freunden von Greenpeace eine Plattform bieten und zum Mitmachen anregen (vgl. Slideshare.net 2009). Volker Gaßner, Leiter Presse, PR und New Media bei GPD, formulierte auf der Next08 für Greenpeace das Ziel „weg vom Monolog, hin zum Dialog“ (vgl. 2 YouTube.com 2008). Betrachtet man den Weg als das Ziel, befindet sich GPD – im Bereich Online-Kommunikation – auf der Zielgeraden.




Quellen




5-Minuten-Thema von Viktoria Thumann im Rahmen der PR-Veranstaltung PR II (Thomas Pleil) Studiengang Online-Journalismus mit Schwerpunkt PR- und Öffentlichkeitsarbeit an der Hochschule Darmstadt (Wintersemester 2008/09)

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Page last modified on 31.01.2009 22:44 Uhr